Zwischen dem Justizministerium und den Justizvollzugsanstalten ist keine Mittelbehörde (Strafvollzugsamt) zwischengeschaltet. Jede Justizvollzugsanstalt ist einem bestimmten Referenten oder Referentin der Justizvollzugsabteilung zugeordnet, der die Dienstaufsicht über die Anstalt ausübt. Durch regelmäßige Besuche der Referenten oder Referentinnen in den Justizvollzugsanstalten, durch Prüfungen sowie durch schriftlichen und telefonischen Kontakt mit den Anstalten, insbesondere im Zusammenhang mit Eingaben von Gefangenen, sind ein guter Informationsaustausch, kurze Entscheidungswege und Praxisnähe sichergestellt.
Anstaltsleiter
Matthias Weckerle
Leitender Regierungsdirektor
Stellvertretende Anstaltsleiterin
Ilona Crispien
Regierungsdirektorin
Mitarbeiterin der Anstaltsleitung
Claudia Morczinski
Regierungsrätin
Der Anstaltsleiter trägt die Verantwortung für den gesamten Vollzug. Er vertritt die Anstalt nach außen.
Der Anstaltsleiter und dessen Vertreter wird vom Justizministerium bestimmt.
Gesetzbuch über den Justizvollzug in Baden-Württemberg
(Justizvollzugsgesetzbuch - JVollzGB)
Vom 10. November 2009
§ 18
- Anstaltsbeiräte
Bei den Justizvollzugsanstalten sind Beiräte zu bilden. Das Nähere regelt die Aufsichtsbehörde. - Die Mitglieder des Beirats wirken bei der Gestaltung des Vollzugs und bei der Betreuung der Gefangenen mit. Sie unterstützen die Anstaltsleiterin oder den Anstaltsleiter durch Anregungen und Verbesserungsvorschläge und helfen bei der Eingliederung der Gefangenen nach der Entlassung. Im Jugendstrafvollzug sollen die Mitglieder in der Erziehung junger Menschen erfahren oder dazu befähigt sein.
- Die Mitglieder des Beirats können namentlich Wünsche, Anregungen und Beanstandungen entgegennehmen. Sie können sich über die Unterbringung, Beschäftigung, berufliche Bildung, Verpflegung, ärztliche Versorgung und Behandlung unterrichten, die Justizvollzugsanstalt und ihre Einrichtungen besichtigen und die Gefangenen in ihren Räumen aufsuchen. Aussprache und Schriftwechsel werden nicht überwacht.
- Die Mitglieder des Beirats haben über die ihnen in ihrem Amt bekannt gewordenen Angelegenheiten, soweit sie ihrer Natur nach vertraulich sind, Verschwiegenheit zu wahren. Dies gilt auch nach Beendigung ihres Amts.
- Vollzugsbedienstete dürfen nicht Mitglieder des Beirats sein.
Kontakt:
Wilhelm Maier
Vorsitzender
c/o JVA Rottenburg
Nachfolgend finden Sie eine Auflistung einiger Einrichtungen und Behörden, mit denen die JVA Rottenburg während der
Inhaftierung im Hinblick auf die Behandlung, Beratung und Betreuung und zur Entlassungsvorbereitung der Gefangenen eng kooperiert.
Die Kontaktaufnahme, Zusammenarbeit und Koordination erfolgt über den Sozialdienst.
Die JVA Rottenburg hat keinen Einfluss auf den Inhalt der verlinkten Seiten und ist nicht dafür verantwortlich.
- Agentur für Arbeit Tübingen (Entlassungsvorbereitung)
- Ambulante Hilfe Tübingen (Wohngruppe, Aids-Beratung)
- Arbeiterwohlfahrt Reutlingen e.V. (Wohneinrichtungen)
- Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württemberg
- Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. (Wohneinrichtung Jakobushaus)
- Fortis e.V. (Wohngruppen, Nachsorge Projekt Chance, Wiedereingliederung von Älteren Gefangenen)
- Haus Arche Mössingen, Verein Arche e.V. (Wohneinrichtung)
- Hilfe zur Selbsthilfe gGmbH (NSPC, EKPC, Schuldnerberatung, Wohneinrichtungen)
- PräventSozial gGmbH (Projekt Integration Straffälliger in Arbeit (INSA+), Schuldnerberatung)
- Suchtberatung Tübingen (Betreuung suchtkranker Gefangener, Therapievorbereitung, psychosoziale Substitutionsbegleitung)
- Sozialberatung Stuttgart e.V. (Wohneinrichtungen, Schuldnerberatung)
- Straffälligenhilfe und Sozialberatung Südwürttemberg-Hohenzollern e.V.
- TiB Sozialberatung Ludwigsburg e.V. (Wohneinrichtungen)
- Verein für Jugend und Bewährungshilfe im Landgerichtsbezirk Tübingen e.V. (Schuldnerberatung)
Ehrenamtliches Engagement von Bürgern in den Justizvollzugsanstalten ist ein wichtiger Baustein in der „Arbeit
Justizvollzug“.
Die Angebote der Sport und Freizeitgruppen wären zum großen Teil ohne ehrenamtliches Engagement von Bürgern nicht
realisierbar.
Die Aufarbeitung von Suchtproblemen ist ein fester und sehr wichtiger Bestandteil im Rahmen der Gefangenenfreizeit. Vollzugslockerungen
können unter Umständen von der regelmäßigen Teilnahme an solchen Gruppen abhängig gemacht werden.
Auch Auftritte von Theater - oder Musikgruppen werden in unregelmäßigen Abständen angeboten.
Neben einer Vielzahl von Sportangeboten gibt es unter fachlicher Anleitung auch Freizeitkurse in denen die Kreativität des Einzelnen
gefordert und gefördert wird.
Auch im kulturellen und seelsorgerischen Bereich gibt es Freizeitangebote, die auch speziell einzelne Religionen und verschiedene
Kulturkreise ansprechen.
Im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen können Gefangene Computerkurse innerhalb der Anstalt besuchen. Im sozialen Bereich gibt es
das Vater - Kind - Projekt. Hier wird Kindern und Ehefrauen außerhalb der offiziellen Besuchszeit die Möglichkeit gegeben, die
sozialen Bindungen zwischen den Familienangehörigen zu erhalten und zu festigen.
Verschiedene externe Mitarbeiter und Einrichtungen leisten einen wertvollen Beitrag zur Resozialisierung von Gefangenen, die wegen Drogen - oder Alkoholsucht straffällig wurden. Sie ergänzen mit ihren Gruppenangeboten die Arbeit der Vollzugsbediensteten, die Gefangenen auf das Leben nach der Haftzeit vorzubereiten.
Wir bleiben im Gespräch mit Ihnen:
- Einmal im Jahr wird eine Tagung für Anstaltsbeiräte und Ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) im Justizvollzug vom
Justizministerium Baden-Württemberg angeboten.
- Einen Erfahrungsaustausch für ehrenamtlich im Justizvollzug Engagierte bieten die evangelische und katholische Kirche gemeinsam
an.
- Diese Tagungen erstrecken sich über einen Zeitraum von zwei Tagen.
- Kosten für Unterbringung und Übernachtung fallen keine für Sie an.
- Lediglich die Fahrtkosten sind von den Tagungsteilnehmern selbst zu tragen.
- Diese Veranstaltungen finden einmal im Jahr mit wechselnden Tagungsorten statt.
- Auch in der Justizvollzugsanstalt Rottenburg finden mindestens zweimal im Jahr Treffen mit den Ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern statt. Hier tauschen sich Bedienstete und ehrenamtliche Mitarbeiter in lockerer Atmosphäre aus.
Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um als ehrenamtliche(r) Mitarbeiter(in) in der Justizvollzugsanstalt Rottenburg tätig zu werden?
Sie haben:
- das 18. Lebensjahr abgeschlossen
- Lebenserfahrung
- Freude im Umgang mit anderen Menschen
- Kontaktfreude
- die Fähigkeit anderen Menschen zuzuhören
- Interesse an den Vollzugszielen des Strafvollzugs
- keine relevanten Einträge im Bundeszentralregister
- keine anhängigen Strafverfahren
- Interesse an den vielfältigen Möglichkeiten der Fortbildung für Gefangene
- eine Idee für eine Freizeitgruppe?
- Interesse mit einer Musikgruppe oder Theatergruppe in der Anstalt aufzutreten?
- Interesse, Ihr Können und Ihr Wissen in handwerklichen oder in künstlerischen Bereichen einzubringen
- Interesse an einer sinnvollen Freizeitgestaltung
dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. In einem persönlichen Gespräch mit Ihnen können wir gemeinsam abklären,
ob und gegebenenfalls wie Ihre Vorschläge und Vorhaben im Rahmen einer Vollzugsanstalt umzusetzen sind.
Kontakte:
Anstaltsleitung
der Justizvollzugsanstalt Rottenburg
Tel.: 07472-1620
Die Aufgaben der Hauptgeschäftsstelle sind im Wesentlichen:
- Bearbeitung des Posteingangs der Anstalt
- Allgemeine organisatorische Aufgaben
- Führung der Generalakten
- Personalplanung
- Personalsachbearbeitung von der Personalauswahl bis zur Entlassung, dabei: - Führung der Personalakten
- Arbeitszeit der Bediensteten
- Mitteilungen an das Justizministerium
- Mitteilungen an das Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg
- Mitwirkung bei Beurteilungen
- Mitwirkung bei Beförderungen
- Vorstellungen beim Gesundheitsamt
- Prüfungstätigkeiten
Leiter der Hauptgeschäftsstelle /Verwaltungsleiter: Kristian Stracke
Internetbeauftragter: Frau Fauser und Frau Korn
Die Vollzugsgeschäftsstelle erledigt sämtliche Verwaltungsgeschäfte, die den Gefangenen unmittelbar betreffen – von
der Inhaftierung bis zur Entlassung.
Dazu gehören unter anderem:
- vorläufige Berechnung der Strafzeiten
- Überwachung und Kontrolle von Strafdaten, beispielsweise 1/2-Strafe, 2/3-Strafe und Entlassungstag
- Überwachung und Kontrolle von Terminen, beispielsweise Verhandlungstermine, Anhörungen bei Gericht und andere
Vorführungstermine
Erstellung, Führung und Aufbewahrung der Gefangenenpersonalakten
- Führung des Buchwerks
- Vorbereitung und Organisation von Transporten
- Führung des Urlaubs-und Ausgangsbuchs und der Urlaubstagelisten
- Ausstellung der Urlaubs- und Ausgangsscheine
- Einleitung der Fahndung bei Fluchtfällen, Nichtrückkehr von Urlaub oder Ausgang
- Registratur für Angelegenheiten der Gefangenen für andere Verwaltungsabteilugen in der JVA (Zahlstelle,
Arbeitsverwaltung, Wirtschaftsverwaltung)
- Führung und Überwachung der Liste über die Arbeitsfreistellungstage gemäß § 43 StVollzG
und die Anrechnung auf den Entlassungszeitpunkt
- Erstellen der Strafvollzugsstatistiken wie Ausländerstatistik, Zählkartenstatistik und Vorarbeiten zur
Statistik St 7/8 bis 10.
- Erteilung von Auskünften an Behörden, Gläubiger und andere Personen unter Einhaltung der Vorschriften
für den Datenschutz
- Belehrungen und Eröffnungen im Auftrag von Gerichten, Staatsanwaltschaften, Strafvollstreckungskammern,
Ausländerbehörden und anderen Behörden
- Bearbeitung der Posteingänge
- Mitteilungen an die Konsulate jener Länder, bei denen eine Meldepflicht über inhaftierte Personen
besteht
- Kontaktstelle zu anderen Behörden, Rechtsanwälten, Angehörigen und anderen Privatpersonen
- Mitarbeit bei dem jährlichen Gnadenerweis zu Weihnachten, der so genannten Weihnachtsamnestie
Die Aufgaben des Vollzuglichen Versorgungsmanagements sind:
- Aufstellung und Überwachung der Haushalts- und Wirtschaftspläne
- Zentrale Beschaffung für Gefangenenbekleidung, Wäsche und Bettzeug für alle Anstalten in Baden-Württemberg;
einschließlich der Durchführung der öffentlichen Ausschreibung
- Beschaffung von Büromaterial, Reinigungsmittel, Ausstattungsgegenständen und technischen Geräten
- Überwachung, Buchung und Freigabe des gesamten Zahlungsverkehrs im SAP-System
- Bearbeitung von Schadensersatzsachen, inkl. Korrespondenz mit der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart
- Bearbeitung von Zahnersatzanträgen von Gefangenen
- Berechnung und Festsetzung von Reiskosten, Umzugskosten und Trennungsgeld
- Berechnung und Weiterleitung von Transportkosten von Gefangenen in gerichtlichen Verfahren
- Benutzerbetreuung für das Anwenderprogramm SAP Cats
- Passwortverwaltung und Neubeantragung für die Benutzersysteme SAP Cats und SAP Haushaltsmanagement
- Überwachung und Buchung der Anlagenbuchhaltung
- Bearbeitung von Haftkostensachen gem. § 50 StVollzG
- Überwachung der Einhaltung von Hygienerichtlinien
- Abrechnung der Telefonkosten, Essensgelder und Kopiekosten der Bediensteten
- Überwachung der Versorgungsbetriebe
Leiterin Vollzugliches Versorgungsmanagement: Frau Gries
Die Aufgaben der Zahlstelle sind im Wesentlichen:
Verwaltung der Gefangenengeldkonten für:
- die Hauptanstalt mit Außenstellen
- Freigängerhaus
Das Verbuchen und Verwalten von:
- Arbeitsentgelt
- Taschengeld
- Schadenersatzleistungen
- Haftkostenbeiträgen
- Stromgelder
- TV-Mieten
des Weiteren:
- Die finanzielle Abwicklung des Urlaubs bzw. Ausgangs der Gefangenen
- Abwicklung der Gefangeneneinkäufe
- Drucken von Kontoauszügen für die Gefangenen
- Abrechnung der Gefangenenkonten aus Anlass der Entlassung, Abschiebung oder Verlegung in eine andere
Justizvollzugsanstalt
- Bearbeiten von verschiedenen Anträgen und Ausführung von Überweisungen für die Gefangenen
- Bearbeitung von Pfändungs-und Überweisungsbeschlüssen (Erstellen von Drittschuldnererklärungen
sowie Abführung von pfändbaren Geldern an die Gläubiger)
Soziale Arbeit im Justizvollzug bewegt sich als Dienstleistung in einem Spannungsfeld zwischen dem Auftraggeber Justiz einerseits und den Gefangenen als Adressaten der Leistungen andererseits.
„Die soziale Hilfe der Justizvollzugsanstalt soll darauf gerichtet sein, die Gefangenen in die Lage zu versetzen, ihre persönlichen Angelegenheiten selbst zu regeln.“ (§ 40 JVollzGB III)
In der JVA Rottenburg mit ihren zwei Außenstellen sowie dem Freigang sind insgesamt 10,5 Stellen im Sozialdienst vorhanden, die auf circa 13 Sozialarbeiter*innen in Voll- und Teilzeit verteilt sind.
Gemäß diesem Grundsatz arbeiten in der JVA Rottenburg zwölf Sozialarbeiter*innen in Voll- und Teilzeit.
Der Betreuungsschlüssel für eine Vollzeitkraft liegt bei ca. 65 Gefangenen.
Das Aufgabengebiet umfasst die Beratung und Betreuung von männlichen, erwachsenen Inhaftierten im Vollzugsalltag. Dazu
gehört:
- die Durchführung regelmäßiger Sprechstunden, um die Gefangenen dabei zu unterstützen, ihre persönlichen Angelegenheiten selbst zu regeln (Case Management)
- die Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vollzugsplanung sowie bei Entscheidungen über vollzugsöffnende Maßnahmen
- das Verfassen von Stellungnahmen und Berichten, z.B. zur vorzeitigen Entlassung, Führungsaufsicht sowie für Ausländerbehörden
- Kontakte zu Angehörigen
- die Kooperation mit internen und externen Diensten und Behörden insbesondere mit der Bewährungshilfe, der freien Straffälligenhilfe und der staatlichen und freien Wohlfahrtspflege (Netzwerkarbeit)
- die Entlassungsvorbereitung, Koordination und Vorbereitung der erforderlichen Maßnahmen
Die Begleitung des Gefangenen durch den Sozialdienst während der gesamten Inhaftierung erfolgt u.a. mit dem Ziel, ihn bei der Wahrnehmung seiner Rechte und Pflichten zu unterstützen. Darüber hinaus kann die psychosoziale Betreuung des Gefangenen Krisen vermeiden und soziale Problemlagen mildern.
Der Sozialdienst motiviert den Gefangenen zur Mitarbeit am Vollzugsziel (Resozialisierung), unterstützt diesen in seiner Selbständigkeit und Eigenverantwortung sowie bei der Bearbeitung persönlicher, sozialer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten.
Mit seiner Arbeit leistet der Sozialdienst daher einen entscheidenden Beitrag zur Resozialisierung des Gefangenen und dient durch seine Tätigkeit dem Opferschutz sowie der Kriminalprävention.
Geschäftsführende Sozialarbeiterin: Colette Götz
In der JVA Rottenburg werden die Insassen, ungeachtet ihrer Konfession, Religion oder Weltanschauung von insgesamt fünf kirchlichen
Seelsorgenden der beiden großen christlichen Konfessionen betreut. Die Gefangenen treffen sich jeden Sonntag zum Gottesdienst in der
Anstaltskapelle.
Darüber hinaus sind die Seelsorger*innen nicht nur Ansprechpartner*innen und Berater*innen in persönlichen Dingen, sondern
vermitteln oft zwischen der Institution Gefängnis und den Gefangenen. Neben den Gefangenen haben die Gefängnisseelsorger*innen
auch die Nöte und Sorgen der Bediensteten im Blick.
Evangelische Seelsorge: Pfarrerin Henrike Schmidt, Diakon Thomas Mehlfeld (Ast. Tübingen), Pfarrer Andreas Laack (Ast. Maßhalderbuch)
Katholische Seelsorge: Pastoralreferentin Susanne Funk, Diakon Bernward Hecke (Ast. Tübingen)
Die Aufgaben des Psychologischen Diensts sind im Wesentlichen:
Gefangenenbezogene Tätigkeiten
- Teil des interdisziplinären Behandlungsteams mit allen an der JVA tätigen Diensten
- Kriseninterventionen bei akuter psychischer Belastung
- Diagnostische und psychotherapeutische Interventionen bei akuter Suizidalität
sowie Suizidprophylaxe - Beratungsgespräche und Psychoedukation bei konkreten Fragestellungen und kurzfristigen Belastungen
- Therapeutische Gespräche zur Behandlung psychischer Störungen
- Gespräche zur Auseinandersetzung mit der Straftat
- Vermittlung von externen Psychotherapien für die Behandlung von psychischen Störungen sowie für deliktorientierte Behandlungen etwa bei Gewalt- und Sexualdelikten
- Gruppenangebot für Gefangene – „Drogenfreie Zone“ als ein suchtspezifisches Motivationsprogramm
- Betreuung und Durchführung des TAS-Programms (suchtspezifisches Behandlungsprogramm) im offenen Vollzug der Außenstelle Maßhalderbuch
- Psychologische Betreuung der Häftlinge in der Untersuchungshaft in Tübingen
- Mitarbeit bei der Weiterentwicklung des Behandlungswesens
Mitarbeiterbezogene Tätigkeiten
- Psychologische Eignungsüberprüfung von BewerberInnen für den mittleren Vollzugsdienst im Justizvollzug, für den Werkdienst sowie Mitarbeit in der Personalauswahl
- Betreuung von PraktikantInnen zur Ermöglichung eines Einblicks in die Tätigkeiten des Psychologischen Dienstes
- Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen bei arbeitsbezogenen oder privaten Angelegenheiten
Tätigkeiten im Rahmen der Vollzugsplanung
- Mitarbeit im Rahmen der Vollzugsplanung beispielsweise zu Fragen hinsichtlich der Therapieindikation
Die Arbeit des Pädagogischen Dienstes umfasst ein vielfältiges Spektrum.
Viele Gefangene verfügen weder über schulische noch über berufliche Abschlüsse. Überdies zeigen sie oft
Förderbedarf im sozialen Verhalten und in der Allgemeinbildung. So betreut er unterschiedliche Bildungsangebote im allgemein- und
berufsbildenden Unterricht, um die Eingliederungschancen der Gefangenen, nach ihrer Entlassung in die Gesellschaft, zu verbessern.
Der Pädagogische Dienst fungiert als Bildungs- und Ausbildungsberater und stellt, mittels verschiedener Tests, die Eignung der
Gefangenen für diverse Fortbildungsmaßnahmen fest. Die Zusammenarbeit mit den anderen Diensten in der Anstalt, der
Josef-Eberle-Schule als Partnerschule, der IHK und den Handwerkskammern sowie der vhs-Rottenburg, ermöglicht ein breitgefächertes
Ausbildungs- und Lernangebot.
Neben einem Kurs in Deutsch als Zweitsprache zur Erreichung diverser Sprachniveaus gibt es die Möglichkeit, einen einjährigen
Kurs, der zur Abschlussprüfung für Schulfremde zum Erwerb des Hauptschulabschlusses führt, zu absolvieren. Bei ausreichenden
Kapazitäten kann die JVA Rottenburg verschiedene Ausbildungen, Einstiegsqualifizierungen oder Stapler- und Schweißlehrgänge
mit TÜV-Zertifikat anbieten. Außerdem werden für die Gefangenenfreizeit Bildungskurse organisiert und
Bewerbungstrainings für die Teilnehmer am Gabelstaplerkurs durchgeführt.
Wer sich für eine Ausbildung interessiert, die in der JVA Rottenburg nicht angeboten wird, kann - mit Unterstützung durch den
Pädagogischen Dienst - eine Verlegung in andere ausbildende Anstalten beantragen.
Er betreut ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Bildungskursen der Anstalt tätig sind.
Neben spezifischen Verwaltungsaufgaben ist der Pädagogische Dienst bei den Einstellungstests für den mittleren Vollzugs- und
Werkdienst beteiligt und verwaltet auch die Gefängnisbücherei.
Päd. Dienst in der JVA Rottenburg: Jürgen Fischer und Sonja Haile
In die Zuständigkeit unseres Ärztlichen Dienstes fallen auch unsere Außenstellen Tübingen und Maßhalderbuch. Die medizinische Betreuung umfasst die allgemeinmedizinische Versorgung. Unterstützt werden sie dabei durch Fachärzte der Videoclinik sowie verschiedene Konsilliarärzte die regelmäßig neben der Hauptanstalt auch die Außenstellen betreuen. Des Weiteren gibt es Zahnärzte für Rottenburg und Tübingen. Auch ein Physiotherapeut, ein orthopädischer Schuhmacher sowie ein Optiker kommen bei Bedarf in die Anstalt. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Facharztpraxen in Rottenburg und dem Universitätsklinikum Tübingen, können die Gefangenen auch jederzeit bei entsprechenden Krankheitsbildern außerhalb der Anstalt behandelt werden. Einen engen Kontakt gibt es auch mit dem psychologischen Dienst der Anstalt.
Leiterin Ärztlicher Dienst: Medizinaldirektorin Y. Hack
Berufsausbildung und Gefangenenarbeit sind wesentliche Resozialisierungsfaktoren. Sie sollen im Rahmen des Vollzugsplanes die Fähigkeiten für eine Erwerbstätigkeit nach der Entlassung fördern oder erhalten. Die berufliche Wiedereingliederung der Gefangenen nach der Entlassung ist das vorrangige Unternehmensziel des Landesbetriebs Vollzugliches Arbeitswesen (VAW).
In den Justizvollzugsanstalten wird Gefangenen durch ein breit gefächertes Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten die Chance gegeben, einen qualifizierten Berufsabschluss oder eine Grund- bzw. Teilqualifikation bis zum Zeitpunkt ihrer Entlassung zu erreichen. So wird etwa im Metallbereich die Ausbildung zum Dreher, Fräser, Schlosser oder Schweißer angeboten. Weitere Sparten sind der Elektro-, Kfz- und Bausektor. Auch im Bereich der Eigenversorgung der Anstalten können die Gefangenen eine Ausbildung zum Koch, Metzger oder Bäcker durchlaufen. Als weitere Bereiche sind die Schreinereien, Druckereien und Buchbindereien mit den dort erlernbaren Ausbildungsberufen zu nennen. Im Rahmen des dualen Bildungssystems erfolgt die praktische Ausbildung in den Ausbildungsbetrieben der Anstalten unter Anleitung durch besonders qualifizierte Handwerks- und Industriemeister des Werkdienstes. Ein weiterer Schwerpunktbereich für die Tätigkeit der Werkbeamten ist die Leitung der vorwiegend handwerklich ausgerichteten Eigenbetriebe wie Schreinereien, Schlossereien, Druckereien, Buchbindereien, Schuhmachereien und der gesamte Bau-, Gärtnerei- und Landwirtschaftsbereich. In Unternehmerbetrieben werden mit unternehmereigenen oder gemieteten Betriebsmitteln Erzeugnisse hergestellt oder Leistungen erbracht, die der Unternehmer im eigenen Fertigungsbetrieb weiterverarbeitet oder direkt ab Vollzugsanstalt auf den Markt bringt.
Die vielfältigen Unternehmerbetriebstätigkeiten gehen von Sortier- und Abpackarbeiten bis zur kompletten Herstellung von Kabeltrommeln u.v.m. Neben den Einstellungsvoraussetzungen des allgemeinen Vollzugsdienstes wird zusätzlich der Nachweis der Meisterprüfung gefordert. Wie im allgemeinen Vollzugsdienst durchlaufen die Anwärter einen dreimonatigen Einführungslehrgang und vor der Laufbahnprüfung einen fünfmonatigen Abschlusslehrgang. Während des 18 Monate dauernden Vorbereitungsdienstes werden sie einen Monat in eine externe Einrichtung überwiesen, z.B. in eine beschützende Einrichtung. Die Beförderungsmöglichkeiten bis zum Spitzenamt der Besoldungsgruppe A 11 sind mit denen des mittleren Vollzugsdienstes im Justizvollzug vergleichbar. Im Übrigen gelten dieselben Bewerbungsvoraussetzungen wie beim mittleren Vollzugsdienst im Justizvollzug (vgl. Mittlerer Vollzugsdienst im Justizvollzug).
Alle Informationen zur Arbeitsverwaltung finden Sie unter dem Reiter Vollzugliches Arbeitswesen
Technischer Leiter Werkdienst (WD): Siegfried Holocher
Die Gewährleistung der inneren Sicherheit in unserem Land stellt eine zentrale staatliche Aufgabe dar. Hierzu leisten die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Justizvollzug einen bedeutenden Beitrag. Als größte Berufsgruppe in den
Justizvollzugsanstalten kommt dem mittleren Vollzugsdienst im Justizvollzug dabei eine tragende Rolle zu.
In den Justizvollzugsanstalten des Landes Baden-Württemberg werden neben Jugendstrafen und Jugendarrest vor allem Freiheitsstrafen
und Untersuchungshaft vollzogen.
Ziel der Untersuchungshaft ist es, zu gewährleisten, dass ein ordnungsgemäßes Strafverfahren gegen einen Beschuldigten
durchgeführt werden kann.
Die Freiheitsstrafe soll den Verurteilten befähigen, nach seiner Entlassung ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung zu
führen, und gleichzeitig die Allgemeinheit vor weiteren Straftaten schützen.
An diesen komplexen Aufgaben, die ganzen Einsatz, fachliches Können, Persönlichkeit und Engagement erfordern, arbeiten in den
Justizvollzugsanstalten des Landes rund 2.500 Beamtinnen/Beamte des mittleren Vollzugsdienstes im Justizvollzug Hand in Hand mit
Werkbeamten, Lehrern, Psychologen, Sozialarbeitern und anderen Berufsgruppen.
Wenn Sie einen verantwortungsvollen Beruf, eine Aufgabe in einem für unsere Gesellschaft wichtigen Umfeld und den täglichen
Umgang und die Kommunikation mit Menschen suchen, könnte eine Tätigkeit im Justizvollzug gerade das Richtige für Sie
sein.
Die Mitarbeiter des mittleren Vollzugsdienst im Justizvollzug betreuen und beaufsichtigen - in Zusammenarbeit mit anderen Diensten - die
Gefangenen während der gesamten Haft. Hierzu gehört neben Sicherheitsaufgaben die Organisation des täglichen Zusammenlebens
von der Frühstücksausgabe bis zum abendlichen Einschluß. In weiten Bereichen der Freizeitgestaltung der Gefangenen
können Sie, z. B. als Sportübungsleiter, auch Ihre sonstigen Interessen einbringen. Möglich ist auch eine Weiterbildung zum
Krankenpfleger oder zur Krankenpflegerin und ein Einsatz im vollzuglichen Gesundheitswesen.
Durch die Integration in das Entscheidungssystem der Anstalt tragen die Mitarbeiter des mittleren Vollzugsdienst im Justizvollzug auch
für die gesamte Vollzugs- und Lockerungsgestaltung der Gefangenen Verantwortung und sind damit wesentlicher Bestandteil bei der
Umsetzung der Vorgaben des Strafvollzugsgesetzes.
Die Mitarbeiter sind Ansprechpartner für die Gefangenen und prägen die Atmosphäre der Anstalt. Fähigkeit zum Umgang
mit Menschen - das ist die Grundvoraussetzung für den Beruf "hinter Gittern". Die Justizvollzugsbediensteten müssen
Gesprächspartner und Bezugsperson der Gefangenen sein, positiv auf sie einwirken können und ihr Verantwortungsbewusstsein
fördern.
Diese vielschichtigen Aufgaben, die hier nicht alle aufgezählt werden können, lassen die Tätigkeit im Justizvollzug nie
langweilig werden.
Der Tätigkeit im mittleren Vollzugsdienst im Justizvollzuggeht eine zweijährige Ausbildung voraus. Das Land
Baden-Württemberg hat in Stuttgart eine Schule für Justizvollzugsbedienstete eingerichtet, in der alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des mittleren Dienstes, zu dem auch der mittlere Vollzugsdienst im Justizvollzug gehört, ausgebildet werden.
Die theoretische Ausbildung ist in den Einführungs- und Abschlusslehrgang aufgeteilt. Hinzu kommt die praktische Ausbildung in der
Justizvollzugsanstalt. Abschluss der Ausbildung ist die Laufbahnprüfung.
Die Ausbildung umfasst folgende Schwerpunkte:
- Vollzugspraxis
- Rechtliche Grundlagen
- Psychologie und Menschenführung
- Allgemeinwissen, Staatsbürgerkunde
- Sport, Selbstverteidigung und Waffenkunde
- Laufbahnbeschreibung
Mit der Einstellung werden Sie zur Hauptsekretäranwärterin/zum Hauptsekretäranwärter ernannt. Den zweijährigen
Vorbereitungsdienst absolvieren Sie damit im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Die bestandene Laufbahnprüfung ist die Voraussetzung
zur Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe als Hauptsekretärin/Hauptsekretär im Justizvollzugsdienst zur
Anstellung (Besoldungsgruppe A 8).
Die Probezeit dauert in der Regel zwei Jahre und kann bei guten Leistungen in der Laufbahnprüfung abgekürzt werden. Wenn die
Probezeit erfolgreich absolviert ist, erfolgt die Anstellung zur Hauptsekretärin/Hauptsekretär. Abhängig von Leistung und
Stellenlage gibt es folgende Beförderungsmöglichkeiten:
Hauptsekretär/in Besoldungsgruppe A 8
Amtsinspektor/in Besoldungsgruppe A 9
Amtsinspektor/in mit Zulage und in herausgehobener Funktion als Vollzugsdienstleiter/in einer Justizvollzugsanstalt
Oberinspektor/in Besoldungsgruppe A 10
Amtmann/-frau im JVD Besoldungsgruppe A 11
Leiter des mittleren Vollzugsdienst im Justizvollzug: Egwin Büchele
Alle Informationen zur Arbeitsverwaltung finden Sie unter dem Reiter Vollzugliches Arbeitswesen
Die Anstaltsfeuerwehr der Justizvollzugsanstalt Rottenburg wird von 25 freiwilligen Bediensteten aus den unterschiedlichsten Bereichen gebildet. Übungen mit den unterschiedlichsten Aufgaben finden fünfmal im Jahr statt. Zusätzlich dazu, findet alle zwei Jahre eine Übung mit der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rottenburg statt. Hauptaufgabe der Anstaltsfeuerwehr ist, neben der eigentlichen Brandbekämpfung und Menschenrettung, die Lotsenfunktion für anstaltsfremden Feuerwehren. Daher ist ein Großteil der anstaltsinternen Feuerwehrmännern und -frauen zum Tragen von schwerem Atemschutz ausgebildet. Eine weitere Aufgabe ist der vorbeugende Brandschutz in der Vollzugsanstalt. So müssen alle Löscheinrichtungen nicht nur vom TÜV, sondern auch von der Brandschutzgruppe, regelmäßig überprüft werden.
Leiter der Brandschutzgruppe: Michael Rupprecht